Nachhaltiger unterwegs zu sein, bedeutet nicht, seine Gewohnheiten komplett zu ändern.
Oft sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen: den Ankerplatz etwas sorgfältiger wählen, den eigenen Müll wieder mit in den Hafen nehmen oder die Geschwindigkeit reduzieren, wenn Delfine in der Nähe auftauchen.
Ganz gleich, ob Sie nur für ein paar Stunden aufs Wasser gehen oder eine einwöchige Segelreise planen – bei einer Bootsmiete oder an Bord Ihres eigenen Bootes: Mit diesen 8 einfachen Gewohnheiten genießen Sie das Meer und tragen gleichzeitig dazu bei, es zu schützen.
1. Abfälle vermeiden, bevor Sie überhaupt an Bord gehen
Zwischen Wasserflaschen, Proviant, Snacks und all den Dingen, die man „vorsichtshalber“ mitnimmt, landet oft deutlich mehr an Bord, als man eigentlich braucht. Und am Ende entsteht daraus jede Menge Abfall.
Am einfachsten ist es, bereits vor dem Ablegen anzusetzen. Eine wiederverwendbare Trinkflasche, einige Mehrwegbehälter und etwas weniger Verpackungsmüll reichen oft schon aus, um einen großen Teil der Abfälle eines Tages auf dem Wasser zu vermeiden.
Ein kleiner Aufwand vor der Abfahrt, der sich am Ende deutlich bemerkbar macht.
Wenn Sie noch einen Schritt weitergehen möchten, finden Sie hier unsere Tipps, wie Sie ein Boot verantwortungsvoll mieten können – bereits bei der Planung Ihres Ausflugs.
2. Müll trennen und zurück in den Hafen bringen
70 bis 85 % der Abfälle im Meer bestehen aus Kunststoff. Das ist einer der vielen Gründe, warum wir uns dazu entschieden haben, die Fondation de la Mer zu unterstützen.
Selbst wenn man aufmerksam ist, bleibt am Ende des Tages meist etwas Müll an Bord zurück. Verpackungen, Dosen, Taschentücher oder Zigarettenstummel sammeln sich oft schneller an, als man denkt.
Nehmen Sie einige Beutel für die Mülltrennung mit und bewahren Sie sämtliche Abfälle bis zur Rückkehr im Hafen an Bord auf.
Das gilt auch für organische Abfälle. Eine Bananenschale, ein Stück Brot oder Essensreste wirken harmlos, können jedoch natürliche Gleichgewichte verändern und bestimmte Meeresarten beeinträchtigen.
Eine einfache Regel: Alles, was an Bord kommt, geht auch wieder mit zurück an Land.
3. Produkte wählen, die das Meer schonen
Ein Tag auf dem Wasser ohne Sonnencreme? Fast jeder kennt jemanden, der das einmal ausprobiert hat – und es vermutlich schnell bereut hat.
Einige Sonnenschutzmittel enthalten jedoch Inhaltsstoffe, die sich auf marine Ökosysteme auswirken können. Wenn möglich, greifen Sie zu einer Sonnencreme, die als meeresfreundlich gekennzeichnet ist, und tragen Sie sie rechtzeitig vor dem Baden auf, damit sie ausreichend in die Haut einziehen kann.
Dabei geht es nicht nur um Sonnencreme. Auch Seifen, Spülmittel oder Reinigungsprodukte, die an Bord verwendet werden, gelangen direkt oder indirekt ins Wasser. Die Wahl biologisch abbaubarer Produkte oder solcher mit anerkannten Umweltzertifizierungen ist eine einfache Gewohnheit, die sich leicht umsetzen lässt.
Oft genügt schon ein kurzer Blick auf das Etikett.
4. Auf Sand ankern statt auf Seegraswiesen
Das Wasser leuchtet türkis, der Ankerplatz wirkt perfekt ... Doch unter der Oberfläche verbirgt sich manchmal ein deutlich empfindlicheres Ökosystem, als man vermuten würde.
In vielen Buchten des Mittelmeers wachsen Posidonia-Seegraswiesen. Sie bieten zahlreichen Arten Schutz und leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit des Meeres. Von Deck aus sind sie kaum sichtbar, gleichzeitig aber besonders anfällig für Anker, die durch sie hindurchgezogen werden oder sie ausreißen.
Wählen Sie daher nach Möglichkeit sandige Böden und nutzen Sie vorhandene Bojenfelder. Apps wie Donia oder Nav&Co helfen heute dabei, die Beschaffenheit des Meeresbodens vor dem Ankern zu überprüfen.
Wenn Sie besser verstehen möchten, welche Folgen ein schlecht gewählter Ankerplatz haben kann, erfahren Sie hier was unter Wasser passiert, wenn man am falschen Ort ankert.
5. Die Meeresfauna respektieren
Delfine oder Meeresschildkröten in freier Natur zu beobachten, gehört oft zu den schönsten Erlebnissen eines Tages auf dem Wasser.
So verlockend es auch sein mag: Vermeiden Sie es, näher heranzufahren oder Ihre Route zu ändern, um den Tieren zu folgen. Mit ausreichend Abstand können sie ihrem natürlichen Verhalten nachgehen, ohne gestört zu werden.
Auch die Geschwindigkeit spielt eine Rolle. Sie erhöht nicht nur das Risiko von Kollisionen, sondern auch den Unterwasserlärm, der Arten beeinträchtigen kann, die auf Geräusche angewiesen sind, um sich zu orientieren, zu kommunizieren oder Nahrung zu finden.
Manchmal reicht es schon, etwas langsamer zu fahren, um den Moment noch mehr zu genießen.
6. Den Kraftstoffverbrauch reduzieren
Eine ruhige und vorausschauende Fahrweise ist oft angenehmer, als man denkt.
Eine moderate Geschwindigkeit, das Abschalten des Motors, wenn er nicht benötigt wird, gut geplante Manöver oder das Vermeiden unnötiger Leerlaufzeiten helfen bereits dabei, die eigenen Auswirkungen zu verringern.
Vor Anker tun einige Minuten mit ausgeschaltetem Motor meist allen gut: Ihrem Kraftstoffverbrauch, Ihrem Budget und der Ruhe der Umgebung.
Auch beim Tanken lohnt es sich, sorgfältig vorzugehen. Selbst kleine Mengen Kraftstoff können erhebliche Auswirkungen auf die Meeresumwelt haben.
7. Wasser an Bord bewusst nutzen
Zu Hause dreht man den Wasserhahn oft auf, ohne groß darüber nachzudenken. Auf einem Boot sieht das anders aus.
An Bord zählt jeder Liter – besonders auf mehrtägigen Törns. Kürzere Duschen, das Schließen des Wasserhahns beim Einseifen oder der Verzicht auf unnötigen Verbrauch helfen dabei, jeden Tag mehrere Liter Wasser einzusparen.
Nutzen Sie während Ihrer Stopps nach Möglichkeit auch die Einrichtungen im Hafen: Duschen, Sanitäranlagen, Absaugstationen für Schwarzwasser oder speziell vorgesehene Reinigungsbereiche. Diese Infrastruktur ist darauf ausgelegt, Abwasser fachgerecht zu behandeln, bevor es in die Umwelt gelangt.
8. Strände und Ankerplätze sauberer hinterlassen, als Sie sie vorgefunden haben
Eine Verpackung zwischen den Felsen, eine zurückgelassene Flasche am Strand oder Müll, der neben dem Boot treibt – leider begegnet man solchen Dingen noch immer regelmäßig.
Ohne Ihren Ausflug in eine große Aufräumaktion zu verwandeln, können Sie bereits etwas bewirken, indem Sie unterwegs ein Stück Müll einsammeln. Wenn jeder mehr mitnimmt als nur seinen eigenen Abfall, kann das einen spürbaren Unterschied machen.
Der schönste Ankerplatz ist schließlich oft der, den man genauso vorfindet, wie man ihn in Erinnerung behalten möchte.
Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung
Das Meer bietet weit mehr als nur ein Reiseziel: eine versteckte Bucht hinter einer Landzunge, einen Sonnenuntergang vor Anker oder dieses besondere Gefühl von Freiheit, das man nur auf dem Wasser erlebt. Mit einigen einfachen Gewohnheiten tragen Sie dazu bei, diese Momente und die Orte, die sie möglich machen, langfristig zu bewahren.
Genau dieser Gedanke steht auch hinter unserer Partnerschaft mit der Fondation de la Mer, zu der jede Buchung über SamBoat beiträgt.
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Häufig gestellte Fragen
Wie kann man die Umweltauswirkungen eines Bootsausflugs reduzieren?
Schon einige einfache Maßnahmen machen einen Unterschied: weniger Abfall an Bord, biologisch abbaubare Produkte, Rücksicht auf die Meeresfauna, sandige Ankerplätze statt Seegraswiesen und ein geringerer Kraftstoffverbrauch.
Warum sollte man nicht auf Posidonia-Seegras ankern?
Posidonia-Seegraswiesen sind für die Artenvielfalt im Mittelmeer von großer Bedeutung. Anker können sie dauerhaft beschädigen, während ihre Regeneration oft mehrere Jahrzehnte dauert.
Darf man organische Abfälle ins Meer werfen?
Auch biologisch abbaubare Abfälle wie Obstschalen oder Essensreste können natürliche Gleichgewichte stören und bestimmte Meeresarten beeinträchtigen. Deshalb sollten sie an Bord gesammelt und später im Hafen entsorgt werden.
Welche Sonnencreme eignet sich für einen Tag auf dem Wasser?
Wenn möglich, wählen Sie Sonnenschutzmittel, die als meeresfreundlich gelten oder speziell entwickelt wurden, um ihre Auswirkungen auf marine Ökosysteme zu reduzieren. Tragen Sie die Sonnencreme außerdem rechtzeitig vor dem Baden auf, damit sie ausreichend in die Haut einziehen kann.